Buddhistischer US-Militärkaplan im Irak-Einsatz (2010)

[Aus: „Buddhismus Heute“, Nr. 48/2010] © Michael den Hoet / Buddhismus Heute

MEMPHIS (TENN./USA) – Die zunehmende weltanschauliche Pluralität in den Vereinigten Staaten drückt sich vermehrt in den US-Streitkräften aus. Ca. 3500 Buddhisten dienen in der Armee. Bislang gab es keinen offiziellen buddhistischen Geistlichen in Uniform, an den sie sich wenden konnten. Im Herbst letzten Jahres wurde der 43jährige Thomas Dyer als erster Buddhistischer Militärkaplan ernannt. Im Dezember sandte die Militärführung ihn in den Irak.

Dyer stammt aus Memphis im Bundesstaat Tennessee und gehört zu einem Buddhistischen Zentrum der Nyingma-Tradition. Der frühere Baptistenprediger wurde von seinem spirituellen Lehrer Khenpo Gawang Rinpoche bestärkt sich dieser Aufgabe zu stellen – trotz des auf Gewaltlosigkeit zielenden Hintergrundes des Buddhismus. „Mein Lehrer legte mir dar, dass die Welt ohne Militär und ohne Schutz der Bürger schnell zu einem sehr dunklem Ort werden würde“, erzählte Dyer einem Nachrichtensender. „Es gibt nicht allzu viele Höhlen in den Bergen, in denen man sich verstecken könnte. Wenn wir keinen Schutz haben, werden wir sehr leiden.“

Inzwischen lassen sich auch zwei weitere Mitglieder seines Zentrums zu Buddhistischen Militärseelsorgern ausbilden.

Weitere Informationen (in englischer Sprache): http://buddhistmilitarysangha.blogspot.com

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