Buddhistische Tierfürsorge (Kurzbericht 2006)

[Aus: „Buddhismus Heute“, Nr. 41/2006, Rubrik „Nachrichtten & Hintergründe“] © Michael den Hoet / Buddhismus Heute

NEW ORLEANS / BANGKOK – Selten konnte man in den Vereinigten Staaten eine Naturkatastrophe mit einem solchen Ausmaß beobachten: Der Hurrikan Katrina hinterließ im Herbst 2005 an der Mündung des Mississippi eine Schneise der Verwüstung und führte zur Überflutung von New Orleans, was viele Menschenleben kostete. Nicht nur Menschen wurden obdachlos. Auch viele Tausend Haustiere verloren ihr zuhause bzw. Frauchen oder Herrchen aus dem Auge.

Eine buddhistische Vereinigung nahm sich ihrer an. Auf der „Dakini Farm“ in Sedona im Bundesstaat Arizona lösten Miauen und Hundegebell die meditative Ruhe ab. „Man kann wohl CNN dafür verantwortlich machen“, sagt Jetsünma Akon Lhamo, eine amerikanische Meditationsmeisterin, die als eine hohe Wiedergeburt (Tulku) gilt. „Es machte mich verrückt alle diese Tiere zu sehen. Ich dachte mir: Wir haben eine Ranch, wir können Futter organisieren, wir müssen die Tiere da rausholen.“ Gesagt, getan. Wenige Tage später führ die Gruppe nach New Orleans, um die ersten zwanzig Hunde zu evakuieren. Verwunderte Lastwagenfahrer auf dem Weg spendeten einige Dollars. Als ein Texanischer Ölbaron von der Aktion hörte, charterte er drei Frachtflugzeuge, um Hunde von New Orleans nach Arizona zu bringen. Dort versucht man nun, neue Halter für die Tiere zu finden bzw. die bisherigen Eigentümer ausfindig zu machen. (www.tarasbabies.org )

Die Aktion der buddhistischen Tierfreunde folgt Beispielen aus Asien. Auch in Thailand gibt es beispielsweise Organisationen, die sich um Straßenhunde kümmern. Ein Kloster in Kanchanaburi macht gar als Artenschutzstation besonderer Art von sich reden. Dort leben Mönche mit 13 Tigern zusammen, Tieren, die meist als Junge ohne Eltern zu ihnen gebracht worden waren. Ein Tierarzt, der die stattlichen Raubkatzen regelmäßig untersucht, bestreitet die Gerüchte, dass jemals Mönche im Tiger-Tempel verletzt wurden: Einige Schrammen – ja, dass passiere halt ab und zu, wenn man mit Katzen spiele. Doch einen Angriff der Tiger gegen Menschen – nein, das habe es noch nie gegeben.

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